Wenn auch die Zahl der Eheschließungen in Deutschland wieder steigt – im Jahr 2010 gaben sich 382.057 Paare das Jawort – so fällt auf, dass das Durchschnittsalter der Brautleute zunehmend steigt. Bei 33,1 Jahren liegt das Alter hierzulande beim Bräutigam, ehewillige Frauen waren noch vor 20 Jahren rund 26 Jahre alt, heute liegt das Durchschnittsalter der Bräute bei 30,2 Jahren. Hochzeitspaare in diesem Alter sind häufig bereits in der Lage, die Feierlichkeiten zu ihrer Vermählung selbst auszurichten, und nicht mehr auf die finanzielle Unterstützung der Familie angewiesen. So besinnen sich viele wieder auf den alten Brauch des Polterabends.
Schon zu vorchristlichen Zeiten glaubte man, mit dem Zerschlagen von Geschirr – dem Poltern – böse Geister abzuschrecken. Das Zerbrechen von Porzellan und Steingut soll dem Brautpaar Glück bringen. Die alten Germanen vertrieben die missgünstigen Geister mit Waffengeklirr, dem Zerschlagen von Trinkgefäßen und hässlichen Gesichtsmasken, die von den Gästen getragen wurden. Heutzutage werden Nachbarn, Kollegen und Freunde zum Polterabend eingeladen, mit Getränken und Speisen bewirtet. Das zerschlagene Geschirr kehrt am Ende der Feier das junge Paar zusammen.
Wer am Polterabend dabei war und auch zur Hochzeitsfeier eingeladen ist, kann als Geschenk ein Album anfertigen, in dem die Erinnerungen an den meist recht turbulenten Abend gesammelt werden. In erster Linie sind es Fotos, auf denen die Gäste und die kleinen Begebenheiten der Feier festgehalten werden. Also sollten lieber mehr als zu wenig Aufnahmen gemacht werden, um eine größere Auswahl an Motiven zu erhalten. Ein quadratisches Album, das mindestens der Norm DIN A4 entspricht, eignet sich besonders gut. Ratsam ist ein Album mit leeren Seiten, die gestaltet und beklebt werden können. Einschiebealben lassen der Kreativität nicht so viel Raum. Mit farbigen Stiften, kleinen Schmuckelementen wie selbstklebenden Symbolen und Smileys, Zeichnungen oder anderen Ideen können die Fotos kommentiert werden. Vielleicht mit Sprechblasen, in denen die besten Sprüche des Abends dokumentiert werden – oder Witzen, wie sie bei derlei Anlässen gern erzählt werden.
Ein Album über den Polterabend kann auch nach Themen aufgebaut sein – dementsprechend werden vorher die Fotos sortiert. Den Brautleuten sollten die ersten Seiten gewidmet sein – mit einem großen Foto, das entweder besonders schön oder ausgesprochen lustig ist. Das Datum und der Ort der Feier können herausgestellt und mit viel Farbe dekoriert werden. Falls es eine schriftliche Ankündigung des Polterabends gegeben hat, lässt sich auch diese für das Album verwenden. Auf den nächsten Seiten folgen z. B. die Verwandten, die Freunde, die Nachbarn, die Kollegen, die Sportkameraden. Auch die Objekte, die manche Gäste zum Zerschlagen mitgebracht haben, lassen sich im Bild festhalten und fordern nicht selten zu einem witzigen Kommentar heraus. Schließlich wird gar nicht so selten ein komplettes Toilettenbecken zum Zerschlagen angeschleppt. Der Kreativität sind bei der Gestaltung eines Polterabend-Albums keine Grenzen gesetzt.
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